BMBF Fördermaßnahme Nanobiotechnologie
Im April 2000 hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Förderaktivität Nanobiotechnologie ins Leben gerufen und damit wesentlich den Aufbau dieses zukunftsträchtigen Innovationsfeldes an der Schnittstelle zwischen Bio- und Nanotechnologie in Deutschland vorangetrieben. Ein Termin für eine weitere Auswahlrunde zur BMBF-Fördermaßnahme Nanobiotechnologie steht noch nicht fest. Für Fragen wenden Sie sich bitte an die im Auftrag des BMBF tätigen Projektträger:
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Dr. Arnulf Hache Forschungszentrum Jülich GmbH Projektträger Jülich Außenstelle Berlin, Zimmerstraße 26/27 10969 Berlin Tel: 030 20199 407 E-Mail: a.hache@fz-juelich.de |
Dr. Oliver Bujok Projektträger Physikalische Technologien VDI Technologiezentrum GmbH Graf-Recke-Straße 84 40239 Düsseldorf Tel: 0211 6214 476 E-Mail: bujok@vdi.de |
Im Rahmen der vierten Auswahlrunde (Juni 2006) bestand die Möglichkeit Projektvorschläge vorrangig zu den vier folgenden Schwerpunkten einzureichen:
- Magnetische und weitere funktionale Nanopartikel
Sowohl durch externe Adressierung (Magnetfelder, Laserlicht, Ultraschall etc.) als auch durch direkte Funktionalisierung (Beschichtung, Beladung, Zielfindungsmoleküle etc.) eröffnen sich eine Vielzahl von Möglichkeiten, Nanopartikel für therapeutische, diagnostische und labortechnische Zwecke einzusetzen. Die viel versprechenden Forschungsergebnisse, die bislang innerhalb der Fördermaßnahme Nanobiotechnologie erzielt wurden, sollen weiter ausgebaut werden. Zum einen mit starkem Fokus auf den Einsatz neuer Funktionalitäten im Hinblick auf spezifische Anwendungen, zum anderen mit einer konsequent applikations- und verwertungsorientierten Fortsetzung bestehender Förderaktivitäten, insbesondere für den Bereich der magnetischen Nanopartikel.
- Funktionale biologisch-technische Oberflächen und Schnittstellen
Maßgeschneiderte Oberflächen und Schnittstellen zwischen biologischen und anderen Materialen werden zukünftig in vielen medizinischen aber auch prozesstechnologischen Applikationen eine große Rolle spielen (z.B. intelligente Implantate, neue Produktionstechniken auf Basis integrierter Biomaterialien, neue Eigenschaften von Materialien des täglichen Bedarfs). Von den Projektvorschlägen wird erwartet, dass sie innerhalb dieser Thematik neue Impulse setzen und eine attraktive Anwendungsperspektive aufweisen. Das Projektziel muss über eine reine Strukturierung und Verknüpfung von Materialen auf der Nanoskala hinausgehen, sollte also zudem auf innovative funktionale Aspekte wie z.B. Freisetzungs- und Steuerungsmechanismen ausgerichtet sein. Unter diesen Voraussetzungen wird insbesondere auch zum Einreichen von Forschungsvorhaben zur Kopplung biologischer und elektronischer Systeme aufgerufen.
- Nanobiotechnologische Verfahren für das Tissue-Engineering
Die Nanobiotechnologie kann im Bereich des Tissue-Engineering einschließlich der Implantatmedizin wichtige Beiträge für Forschung und Entwicklung liefern, da sie Werkzeuge und Techniken bietet, um Materialien auf der Nanometerskala zu manipulieren und zu untersuchen. Es können vorrangig solche Projekte gefördert werden, die sich mit den nachfolgenden Fragestellung befassen, wobei ein besonderer Fokus auf die Überführung der Ergebnisse in die Anwendung gelegt werden sollte: (1) Nanofabrikationstechniken zur Kontrolle des gerichteten Zellwachstums und zur Einflussnahme auf die Vermehrung und Haftung von Zellen und Biosubstanzen z. B. über Texturen und Oberflächen, (2) Nanomembranen für die immunisolative Kontrolle (z. B. Abschirmung von Biomolekülen), (3) Entwicklung von Nanocontainern mit vorgegebenen Eigenschaften sowie deren Einsatz als Ersatz bzw. Ergänzung körpereigener Funktionen.
- Biomolekulare Maschinen und Werkzeuge
Angesichts der fortschreitenden internationalen Aktivitäten im Bereich der biomolekularen Maschinen und Werkzeuge soll ein Beitrag zur Initiierung und Stärkung von F&E-Aktivitäten auf diesem Gebiet in Deutschlands geleistet werden. Dieser Schwerpunkt umfasst insbesondere anwendungsorientierte Vorhaben, die biomolekulare Einheiten für Transport und Manipulationszwecke entwickeln und einsetzen wollen (z.B. zum Zwecke der Stofftrennung, des Wirkstofftransports in flüssigen Medien, der sensitiven Steuerung von Vorgängen auf mikro-und nanoskaligen Analyse- und Reaktionssystemen). Im Regelfall wird auch für diesen Schwerpunkt eine angemessene Industriebeteiligung vorausgesetzt.
Die genannten Schwerpunkte sollen neue Impulse setzen bzw. die anwendungsfokussierte Fortschreibung erfolgreicher Teilthemen der Nanobiotechnologie gewährleisten. Neben diesen Vorgaben werden auch Projektskizzen zu anderen Bereichen berücksichtigt, sofern sie durch hochinnovative Projektideen überzeugen können, die neue Schlüsselapplikationen innerhalb der Nanobiotechnologie erwarten lassen.


